So hilft Schwester Wiebke den Kindern in Uganda

Wie einfach es sein kann, ein Leben zu retten, das erfährt Wiebke Martens (47), als man ihr den kleinen Edward zum Sterben überreicht. Der Junge ist drei Monate alt, hat 40 Grad Fieber und eine klebrige Tinktur auf dem Kopf.


„Hier ist mein Kind“, sagt Edwards Mutter. „Er stirbt. Ich habe ihn mit der Tinktur dem Tod geweiht.“ Wiebke Martens untersucht den Jungen, erklärt dann: „Ihr Sohn wird nicht sterben. Nicht heute, und auch nicht morgen.“

Die Krankenschwester aus Hamburg gibt Edward Medizin. Bald schon sinkt die Temperatur, und Wiebke Martens ist eine Heldin: „Dabei habe ich doch gar nichts gemacht.“ Doch, hat sie.

Sie nahm Urlaub im Kinderkrankenhaus Altona, wo sie als Intensiv-Krankenschwester arbeitet. Sie stieg in ein Flugzeug nach Uganda, um kranken Kindern zu helfen, ohne Bezahlung, sechs Wochen lang. Nur ein paar Kilometer entfernt, jenseits der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo, tobt der blutigste Krieg unserer Zeit: sechs Millionen Tote in 20 Jahren.

Diesseits der Grenze, in einem Lager für Flüchtlinge aus dem Kongo, arbeitet Wiebke Martens in einem Lazarett der Organisation „humedica“.

Die BILD-Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“ unterstützt das Projekt.

500 Patienten untersuchen die deutschen Ärzte jeden Tag, an diesem regnerischen Morgen liegen 14 Jungen und Mädchen in dem Zelt, das als Kinderstation dient. Sie leiden an Malaria und Durchfall. „Mit einfachsten Mitteln kann man hier so viel helfen“, sagt Wiebke Martens, „und die Leben von Kindern retten, die sonst vielleicht gestorben wären.“

Medizinerin im Krisengebiet: Sie habe das immer schon machen wollen, erzählt die zweifache Mutter, es dann aber vor sich hergeschoben.

Der Job. Die Familie. Erst der Tod einer engen Freundin habe ihr gezeigt: „Manchmal hat man einfach nicht mehr genug Zeit.“ Deshalb Uganda. „Mein Mann unterstützt mich ganz wundervoll“, sagt sie, und die beiden Söhne, 16 und 17, „die sind stolz wie Bolle. Sie kennen keine andere Mama, die so etwas macht.“

Am nächsten Morgen liegt Edward glucksend im Bett. Das Fieber ist weg. Nur die klebrige Tinktur auf seinem Kopf, sagt Wiebke Martens, die habe sie beim besten Willen nicht abbekommen.

★★★

Die Gala von „Ein Herz für Kinder“! Am 7. Dezember, 20.15 Uhr im ZDF, nehmen die bekanntesten Deutschen Ihre Spenden entgegen.

Mit dabei ist auch die diesjährige Wimbledon-Finalistin, Tennis-Star Sabine Lisicki (24): „Viele Kinder leiden auf der ganzen Welt unter Hunger und Not. Wir können etwas gemeinsam dagegen tun, wenn wir kleine oder große Beträge für ,Ein Herz für Kinder‘ spenden. Ich möchte helfen, damit am 7. Dezember Millionen etwas Gutes tun.“

 

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
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