Deutschland verliebte sich in die Sechslinge

Sie sind eine Welt-Sensation. Sie sind ein Sechser der Natur. Sie sind ein wunderschönes Weihnachtsmärchen.

Nach 20 Jahren gibt es in Deutschland wieder Sechslinge. Sie wurden im Virchow-Klinikum der Berliner Charité geboren. Während der großen „Ein Herz für Kinder“-Gala im ZDF wurden sie erstmals gezeigt. Moderator Thomas Gottschalk hatte die sechs Winzlinge in der Klinik besucht.

Intensivstation 40, Frühgeborenen-Abteilung. Vor der Tür wachen zwei Sicherheitsmänner. Dahinter wartet das Glück. Roksana (24) und Hikmet (35), die Eltern der Sechslinge. ER, in Berlin geborener Deutsch-Türke, Entrümpler von Beruf, SIE, Hausfrau, lebt seit dem vierten Lebensjahr in der Hauptstadt. Seit sechs Jahren sind sie verheiratet, haben schon eine Tochter Meryem (4).

Jetzt sind sie eine GROSSFAMILIE!

Video: Sechslinge in Berlin

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Mutter Roksana stellt ihre Babys vor – sie kamen innerhalb von nur drei Minuten zur Welt. Gesund, sechseiig, vier Mädchen, zwei Jungen.

RANA, die Erstgeborene um 11.04 Uhr: 822 Gramm, 35 cm, jetzt: 1560 Gramm

ADEM, der Putzige und Ältere der beiden Jungen: 834 Gramm, 34 cm, jetzt: 1585 Gramm

ESMA, die Zarte. Sie wiegt erst 1470 Gramm, liegt noch im Brutkasten. Bei der Geburt wog sie 828 Gramm, 33 cm.

ZEYNEP, mit 37 Zentimetern die Größte bei der Geburt, 810 Gramm, jetzt: 1600 Gramm.

ZEHRA, die Neugierige. Sie hält schon am häufigsten die Augen offen. 820 Gramm, 32 cm, jetzt: 1600 Gramm

Und AHMED, der Rabauke. Schon bei der Geburt mit 890 Gramm der Schwerste, 34 cm klein, jetzt wiegt er 1770 Gramm.

Seine Mutter sagt: „Er hat mir in der Schwangerschaft den meisten Ärger gemacht, mir oft in die Rippe getreten.“

Und dann gibt es auch für die Eltern einen großen Moment: Für ein Foto dürfen die drei Monate zu früh geborenen Babys erstmals gemeinsam aus ihrem Wärmebett (34 Grad, 60 Prozent Luftfeuchtigkeit).

Auch Esma darf für kurze Zeit den Brutkasten verlassen. Mutter Roksana: „So alle zusammen. Das ist ein wunderbares Gefühl.“

Im Mai 2008 geht Roksana zu ihrem Frauenarzt. Sie war Wochen zuvor hormonell behandelt worden – wie bei ihrer ersten Tochter. Sonst könnte sie keine Kinder bekommen.

Fachmedizinisch heißt dies: hormonelle Stimulation. Die Ärztin sagt ihr: „Sie sind schwanger.“ Und nach einer Pause: „Sie bekommen Vierlinge.“ Vier Fruchthüllen sind auf dem Ultraschallfoto zu erkennen. Roksana: „Kein Scherz. Ich habe gelacht. Ich habe mich gefreut. Erst nach ein paar Stunden kam der Schock. Mein Mann hat mich dann beruhigt.“

Eine Woche später, eine neue Untersuchung. Roksana: „Als mir die Ärztin sagte, es werden Sechslinge, war es ein richtiger Schock. Ich hatte Angst. Geht so etwas? Ich hatte noch nie gehört, dass es so etwas gibt.“

Sie ruft ihren Mann an, weint am Telefon. Er beruhigt sie wieder. Heute sagt er: „Ich habe fest daran geglaubt, dass alles gut geht.“

Die Mediziner sagen ihr, wie gefährlich Schwangerschaft und Geburt sein werden. Gerade für die Mutter ist dies eine tödliche Gefahr. Soll sie deshalb ein Kind abtreiben? Oder zwei? Roksana: „Das kam nicht in Frage. Ich konnte mir nicht vorstellen, zu entscheiden, wie viele meiner Kinder sterben sollen.

Im Internet habe ich gesehen, dass man ihnen eine Nadel ins Herz sticht, um sie zu töten.“ Ihr Mann sagt: „Sie hat das Schicksal auf sich genommen.“

Im August kommt sie ins Krankenhaus. 20. Schwangerschaftswoche, der Muttermund hatte sich geöffnet (2 cm). Bis zur Geburt wird sie hier bleiben. Die Sechslingsmutter: „Ich habe um jeden Tag gebangt. Für jeden Tag, den die Kinder noch nicht kamen, habe ich Gott gedankt. Ich hatte Angst, dass eines der Kinder abgeht. Aber sie im Bauch zu spüren war ein unglaubliches Glücksgefühl.“

DIE GEBURT

Die 27. Woche. Morgens um 9 Uhr telefoniert das Ehepaar. Sie sagt ihm: „Ich fühle mich heute komisch.“ 90 Minuten später ruft sie die Hebamme: „Ich fühle so einen Druck.“ Die Hebamme löst Alarm aus. Mehr als 20 Ärzte und Schwestern waren seit Wochen in Bereitschaft. Alles ist perfekt geplant. Kaiserschnitt.

Um 11.04 Uhr kommt Rana als Erste zur Welt. Nur 822 Gramm ist sie leicht. Innerhalb von drei Minuten werden die fünf anderen geboren. Um 13 Uhr wird die Mutter aus der Narkose geweckt, ihr werden die Bilder der Kinder gezeigt: „Ich war aufs Schlimmste vorbereitet, aber die waren wie richtige Babys. Es war Glück pur.“

Die Sechslinge von Berlin sind gesund. Die Eltern bereiten den Umzug vor. Angst haben sie nicht, sie freuen sich auf diesen Tag: „Wir wachen jeden Tag auf und können unser Glück nicht glauben.“

Thomas Gottschalk, der die Sechslingsfamilie in der Klinik besuchte, sagt zu BILD: „Mit der Hilfe von „Ein Herz für Kinder“ wird dieser süße Sechserpack den Start in ein aufregendes Leben locker hinbekommen.

 

 

 

Wir bedanken uns bei folgenden Firmen, die die Sechslings-Familie großzügig mit Sachspenden unterstützt haben:

Baby-Walz, Bübchen, Nestlé, Pampers.

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
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