So hilft der „Ein Herz für Kinder“-Hubschrauber

Es ist schwer, in den Augen der verstümmelten Kinder zu lesen. Sie sehen nicht einmal unglücklich aus, eher verwundert. Erstaunt und erschüttert über die brutalen Schmerzen, die ihnen widerfahren sind.

Ihre Gesichter sind alt und starr.

BILD in der Erdbebenwüste von Port-au-Prince. Im Einsatz mit dem Hubschrauber „German Help One“, der von „Ein Herz für Kinder“ unterstützt wird. Der Helikopter fliegt auch Hilfseinsätze für die Saint-Damien-Klinik, in der die Kinder liegen. Hilfsgüter werden transportiert, Medikamente.

Eine ganze Station im Saint-Damien-Hospital ist voll mit Kindern, denen Gliedmaßen fehlen.

In einem der Bettchen liegt Joseph, drei Jahre alt. Sein Bein wurde bis zum Rumpf amputiert. Ein Pfleger blättert in Josephs Krankenakte, klopft dem kleinen Jungen auf die Schulter. Es ist ein unendlich einsamer Moment.

„Es gibt so viele Kinder, die bei dem Erdbeben verstümmelt wurden“, sagt Helfer Dieter Schmidt von der Organisation „humedica“. „Wir überlegen zurzeit, einige Patienten nach der Erstversorgung in Port-au-Prince in umliegende Kliniken zu bringen. Da können sie besser gepflegt werden. Auch dafür können wir den Helikopter sehr gut gebrauchen.“

Ein Vater hält seinen Sohn im Arm, dem Jungen fehlt ein Bein. Der Vater hat Tränen in den Augen. „Alles wird wieder gut“, flüstert er. Man sieht, dass er selbst nicht daran glauben kann.

Der Hubschrauber gleitet mit 250 km/h über Haiti. Erst über Port-au-Prince, dann schon über Hügeln, auf denen man kein einziges Haus mehr erkennt, nur noch eine graue Schuttlawine.

Wir fliegen über ölig-schwarze Felder, auf denen Leichen verbrannt wurden. Im nächsten Moment sehen wir die atemberaubende Steilküste der Insel. „German Help One“ fliegt Ärzte in ein entlegenes Krankenhaus. Dort warten Menschen, die seit zwei Wochen nicht versorgt wurden, weil die einheimischen Ärzte beim Erdbeben verletzt oder getötet wurden.

Hubschrauber-Pilot Alexander Neumann (42), von der Firma „Heli Aviation“: „Ich glaube, die Menschen hier verlassen sich auf uns. Wir können mit dem Helikopter in einer Stunde einen Raum abdecken, für den ein Auto eine Woche braucht.“

Man kann die Kinder im Krankenhaus, die ihre Beine verloren haben, nicht heilen, so sehr man auch möchte. Man kann nur hoffen, dass diese Hilfe aus aller Welt ihr Leben besser, erträglicher macht. Irgendwie.

Was „Ein Herz für Kinder“ aktuell in Haiti leistet, können Sie unter Nachrichten lesen!

Niemand anders kann die Einsätze des Haiti-Heli besser beschreiben als die Mitarbeiter und Koordinatoren der Hilfsorganisationen vor Ort selbst. Lesen Sie hier, was die Helfer sagen:

• Beate Tohmé, Kinderhilfswerk: „Unser Team ist wohlbehalten in Deutschland angekommen. Vielen Dank für Eure Hilfe, die ihre Arbeit SEHR erleichtert hat!!! Letztlich habt Ihr so Leben gerettet, weil die Mediziner mehr Zeit hatten, Patienten zu behandeln anstatt auf beschwerlichen Landwegen unterwegs zu sein!!!“

Simone Winneg, humedica e.V.: „Die Heli-Aviation erleichtert unserem Team die Arbeit im Einsatz deutlich. Erst kürzlich konnten sie ein erneutes Assessment in den außerhalb von Port-au-Prince gelegenen, stark zerstörten Städten Jacmel und Leogane durchführen. Orte, die durch schlechte Straßenverhältnisse schwer und erst nach langen Autofahrten zu erreichen sind. Eine Erkundung der Region rund um das Epizentrum war nur dank des Helikoptereinsatzes von Heli-Aviation möglich. Die Dörfer in den Bergen, wo bisher keine Versorgung der Patienten stattfinden konnte, sind häufig noch immer auf dem Landweg kaum zu erreichen.“

• Fritz Neuberg, ADRA: „Über einen Kollegen einer befreundeten Hilfsorganisation sind wir auf das Team der Heli Aviation in Haiti gestoßen. Wir haben vom ersten Moment an nicht nur die Hilfsbereitschaft als sehr positiv empfunden, sondern auch die freundliche und sympathische Art des ganzen Teams. Heli Aviation macht uns die Arbeit in einem sehr schwierigen Umfeld um ein vielfaches einfacher und leichter. Der Transport unseres Wassertank hätte sicherlich insgesamt 3 Tage Organisation/Transport gekostet , so bekamen wir unseren Tank innerhalb von 2 Stunden vor Ort. Auch unsere Assessments in den Bergen um Port-au-Prince wären ohne Heli Aviation nicht möglich gewesen. So aber haben wir ein besseres Bild von der Lage vor Ort und können Projekte für diese abgelegenen Gebiete besser vorbereiten. In der Zwischenzeit unterstützen wir uns auch gegenseitig, ein Sinnbild für die gute Zusammenarbeit. Herzlichen Dank für die exzellente Unterstützung. Heli Aviation hilft damit nicht nur uns, sondern letztendlich den Opfern des Erdbebens in Haiti.“

• Evelin Schuster, Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.: „Die Crew des Helikopters „German Help One“ leistet sehr wertvolle Dienste für die Menschen in Haiti. Beim Transport sowohl von Personen als auch von Hilfsgütern haben die Patienten in unserem Krankenhaus „St. Damien“ sehr profitiert. Unser Nationaldirektor Pater Richard Frechette schreibt: „The helicopter was very useful; the pilots always friendly and helpful”. Zusammen mit vielen einheimischen Angestellten möchte Pater Richard die Hilfslieferungen in entlegene Regionen weiter verstärken. Nach seiner Beobachtung konzentriert sich die internationale Hilfe immer noch sehr stark auf die Hauptstadt Port-au-Prince. Der Haiti-Heli erleichtert die Versorgung dieser oft auch entlegenen Orte. Wir sind sehr dankbar und glücklich, dass „Ein Herz für Kinder“ und „Heli Aviation“ so schnell nach dem Erdbeben reagiert und unbürokratisch geholfen haben. Die „German Help One“ hat dazu beigetragen, Leben von Kindern und ihren Eltern zu retten. Danke für diese sehr gute Zusammenarbeit!“

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
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