Spenderherz rettet kleinen Noah

Der kleine Junge mit den blonden Haaren flitzt aufgeregt über den Flur. Noah lacht laut, läuft in die Arme seiner Mutter, kuschelt sich eng an sie heran. „Wir sind so glücklich”, sagt Mama Delia. Ein Glück, das ohne Spenderorgane nicht existieren würde.

Noah mit Mutter Delia und Vater Markus
Fotos: Ralf Meier

Nach knapp einem Jahr zwischen bitterer Angst und größter Hoffnung wurde der Dreijährige vor wenigen Wochen durch ein Spenderherz gerettet. „Wir wollten gerade ins Bett, als der erlösende Anruf kam”, erinnert sich Vater Markus. Zehn Stunden später wurde Noah im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ) in Bad Oeynhausen das Spenderorgan in einer fünfstündigen Operation von Herzchirurg Dr. Eugen Sandica (53) eingesetzt. „Noch am Abend erwachte Noah aus der Narkose. Als er die Augen aufschlug, haben wir geweint”, erzählt die Mutter.

Rückblick: Am 11. Juli 2018 zerbricht das Glück der vierköpfigen Familie. Bei einer Routineuntersuchung wird bei Noah ein schwerer, angeborener Herzfehler entdeckt. Die Herzkammern sind zu klein, die Vorhöfe extrem groß. Das Herz pumpt nicht ausreichend. Nur ein Spenderherz kann Noahs Leben jetzt retten.

Umgehend kommt das Kind als Akutfall in die Herzklinik Bad Oeynhausen. Noah wird an das „Berlin Heart”, eine 90 Kilo schwere Maschine, die seine Herzfunktion vorübergehend ersetzt, angeschlossen. Auch seine Eltern ziehen von Recklinghausen in die Klinik.
Und dann kommt es noch schlimmer: Im September 2018 erleidet Noah einen Schlaganfall. Mit seiner Herzmaschine wird er ins Uni-Klinikum Münster transportiert. Noahs Chancen stehen schlecht, doch er gewinnt den Kampf. „Die Ärzte sind optimistisch, dass er keine bleibenden Schäden davongetragen hat”, sagt die Mutter. 
Im Dezember dann der nächste Schock – der Pumpkopf an der Herzmaschine setzt aus. Weil der Defekt sofort bemerkt wird, kann Noah in letzter Minute gerettet werden.

Umso größer ist jetzt die Freude, dass Noah inzwischen wieder daheim ist und alles so gut überstanden hat. „Er fährt gerne Kettcar und Bobbycar und spielt jeden Tag mit seinen Freunden Emma und Paul und Schwester Nele”, berichtet Vater Markus erleichtert.
Er weiß genau, was es heißt, für sein Leben zu kämpfen. Auch Noahs Vater hat nur überlebt, weil er ein Spenderherz bekam. 1991 – da war er 4 – wurde bei ihm ein kaputter Herzmuskel entdeckt. Bereits nach sechs Wochen Wartezeit stand ein Organ bereit. Am 17. April 1991 wurde das Herz eingesetzt. „Ich bin danach normal aufgewachsen, habe keine gesundheitlichen Probleme und kann richtig alt werden”, sagt Markus Nelke.

Die Familie weiß: Ohne Spenderorgane würde es uns nicht geben!

Wladimir Klitschko besuchte Noah im Dezember 2018 am Krankenbett für die „Ein Herz für Kinder“-Gala und warb für Organspenden
Foto: ZDF

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ unterstützt die Klinik dabei, Kindern wie Noah, die lange Zeit im Klinikum leben, ein pädagogisches Zentrum mit Lern-, Spiel- und Betreuungsangeboten zu schaffen.

„Ein Herz für Kinder“

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