Zukunft für tausende Kinder

Als Christine Rottland (73) plötzlich auf der Bühne stand, wusste sie nicht, wie ihr geschah: Für ihr Engagement in Kenia verlieh ihr Familienministerin Manuela Schwesig (42) bei der großen „Ein Herz für Kinder“-Gala 2016 das „Silberne Herz“.

Rottland zu BILD: „Ich fühle mich wie im Märchen. Dass meine tägliche Arbeit so geehrt wird, kann ich nicht fassen. Das habe ich noch nicht ganz verkraftet.“

2001 in Kenia: Franz Rottland übt zusammen mit Nachbarskindern das Lesen – bis heute beherrschen nur wenige Kinder Lesen und Schreiben (Foto: Privat)
2001 in Kenia: Franz Rottland übt zusammen mit Nachbarskindern das Lesen – bis heute beherrschen nur wenige Kinder Lesen und Schreiben (Foto: Privat)

Mit ihrem Mann (†79) gründete sie 1998 den Verein Asante e.V. (deutsch: „Danke”) in Kenia.

„Ostafrika war mir und meinem Mann nicht fremd: Er hatte eine Professor für afrikanische Sprachen an der Universität Bayreuth und ich habe ihn zweimal im Jahr zu Forschungsreisen nach Afrika begleitet. Als Pensionäre wollten wir den Ruhestand in der Sonne verbringen. Eigentlich wollte wir nur ein paar Monate bleiben, doch dann kam alles anders.“

Das Paar baute zusammen mit Helfern eine Schule, einen Kindergarten, ein Internat und ein Krankenhaus. 2200 Kinder bekommen dort täglich einen Frühstücksbrei für die meisten die einzige Mahlzeit am Tag.

Dieses Bild von Christine und Franz Rottland entstand zwischen 2001 und 2002. Im Hintergrund ist die erste Schule zu erkennen, die das Paar mit ihrer Arbeit unterstützte. Sie kochten jeden Tag Frühstücksbrei und halfen bei dem Aufbau der Klassenzimmer (Foto: Privat)
Dieses Bild von Christine und Franz Rottland entstand zwischen 2001 und 2002. Im Hintergrund ist die erste Schule zu erkennen, die das Paar mit ihrer Arbeit unterstützte. Sie kochten jeden Tag Frühstücksbrei und halfen bei dem Aufbau der Klassenzimmer (Foto: Privat)

Seit zwei Jahren übernimmt sie diese Aufgaben nun allein, ihr Mann verstarb 2014. „Er litt unter Demenz. Es war schlimm als er in Kenia krank wurde. Ich wusste nicht, was seine Diagnose ist die kam erst später als ich ihn nach Deutschland brachte. Dort lebte er betreut, unsere Kinder kümmerten sich liebevoll um ihn.“ Monate verbrachte Rottland bei ihrem Mann in Deutschland bis er starb.

 

Doch die starke Frau macht weiter: „Ich bin zurück nach Kenia geflogen. Er hätte nicht gewollt, dass ich unser Projekt abbreche.“

Dabei ist sie nicht allein: „Ich habe zwei Töchter in Köln, die mich bei meiner Arbeit unterstützen. Vor allem ohne meine Tochter Angelika hätte ich es nie geschafft. Ich bin sehr glücklich, so ein reiches Leben führen zu können. Ich könnte jederzeit nach Deutschland zurückkommen, aber das möchte ich gar nicht. Ich will den Kindern in Afrika helfen.“

Durch den Ehrenpreis wird sie weitere Projekte realisieren können: „An meinem Leben wird sich durch den Preis aber nichts ändern. Durch die Öffentlichkeit für die Stiftung wird sich aber viel für die Kinder ändern. Viel mehr werden ihren Frühstücksbrei bekommen können. Ich hatte auch lange den Wunsch, mehr Waisenkindern zu helfen, ich wünsche mir so sehr, dass dies nun geschehen kann.“

Bis zum 20. Dezember bleibt sie noch in Köln bei ihren Töchtern, dann geht es zurück nach Kenia: „Ich feiere Weihnachten in Afrika. Am ersten Weihnachtsfeiertag gehen wir alle in die Kirche, singen zusammen.“

„Ein Herz für Kinder“

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