Gegen HIV, Hunger und Hoffnungslosigkeit

Kein Zugang zum Meer. Kaum Bodenschätze. Rund 12 Prozent der Erwachsenen in Malawi/Ostafrika sind mit HIV infiziert – es ist eines der ärmsten Länder der Welt. Für Schwester Maria Klara Lüers ist das keine bestürzende Statistik. Es ist ihr Alltag – seit 34 Jahren.

„Als ich im November 1984 in Malawi aus dem Flugzeug stieg, fühlte ich mich gleich zu Hause“, erinnert sich Lüers. Ihr Auftrag: Mit einer anderen Schwester sollte sie die Leitung des Krankenhauses in dem Dorf Madisi in Malawi übernehmen.

Ihre größte Herausforderung: Der Kampf gegen die tödliche Krankheit Aids. „1987 hatten wir die ersten Aids-Patienten. Das spitzte sich zu. Unglaublich viele Eltern starben an der Krankheit. Deren Kinder blieben zurück, gingen nicht mehr zur Schule, gaben sich auf.“

Ein tragisches Schicksal, gegen das die Ordensschwester kämpft. 1999 hatte sie die Idee, eine Schule für Aids-Waisen zu bauen. Dies war die Geburtsstunde der St. Francis School der Franziskanerinnen Salzkotten. Schwester Klara: „Unser Projekt startete mit acht Klassen und 360 Kindern. Heute sind es 1300 Schüler.“

Eine der Schwestern beim Unterricht in der St. Francis School
Foto: fcjm

Deshalb appelliert Schwester Klara an die Hilfsbereitschaft aller: „Die Kinder kommen oft mit Kopfschmerzen her, weil sie schon lange nichts gegessen haben. Sie brauchen uns. Nur so haben sie eine echte Chance.“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ unterstützt die Arbeit von Schwester Klara und will damit den Aids-Waisen eine Zukunft ermöglichen. Eine neue Solaranlage wird gebraucht. Der zum Schulbus umfunktionierte LKW war so unsicher, dass er stillgelegt werden musste.

Momentan fällt fast täglich der Strom von 6-19 Uhr aus. Wenn die Elektrizität versagt, kann kein Wasser mehr gepumpt werden. Die Vorräte für die Mahlzeiten verderben. Ein geregelter Schulbetrieb ist schwer aufrecht zu erhalten.

Schwester Klara beim Wasserpumpen
Foto: fcjm

Die Schüler bekommen auch eine Mahlzeit – nicht selbstverständlich für Kinder in Malawi. Pro Jahr verbraucht die Schule 25 Tonnen Mais für etwa 7000 Euro. Das Geld dafür bekommen die vier in Malawi tätigen Ordensschwestern größtenteils aus Spenden.

Zur Schule gehört inzwischen auch ein Kindergarten für 264 Kinder, ein Wohnheim für 12 Schülerinnen sowie ein Home-Craft-Center mit Nachmittagsbetreuung für Waisen. Dort erhalten sie Hausaufgabenhilfe und Freizeitangebote sowie die Vermittlung von lebenspraktischer Bildung wie Näh-, Koch-, Hauswirtschafts- und Gartenbaukursen, so dass die Kinder früh Fertigkeiten für eine eigenständiges Leben lernen. Gemüse und Obst wird im Schulgarten angebaut. Auch gibt es eine ambulante Krankenstation, da viele Kinder unter Malaria, Tropengeschwüren und anderen Krankheiten leiden.

Hofft auf eine bessere Zukunft: ein Mädchen in der St. Francis Grundschule

Die Kinder die nach der 8. Klassen einen Abschluss erhalten, werden für weiterbildende Schulen und Lehrberufe finanziell gefördert. Einige der früheren Kinder unterrichten heute selbst an der Schule.

64 Mitarbeiter  sind in Madisi für das Projekt tätig – es sind Lehrerinnen, Helferinnen im Kindergarten, Reinigungskräfte, Köchinnen und Betreuer, die in den umliegenden Dörfern die Aidswaisen betreuen.

Schwester Klara stellte ihr Herzensprojekt auch auf der „Ein Herz für Kinder“-Gala am 8. Dezember 2018 im ZDF vor, bedankte sich herzlich für die Unterstützung und erinnerte daran, wie viel mit wenig Geld zu bewirken ist: „Mit zehn Euro können wir 100 Kinder einen Tag mit Essen versorgen.“

Schwester Klara mit Johannes B. Kerner auf der TV-Gala „Ein Herz für Kinder“ Foto: ZDF

Auch bei Entwicklungsminister Gerd Müller hinterließ Schwester Klara Lüers einen bleibenden Eindruck. Der Politiker traf die Franziskanerin auf seiner Afrika-Reise im Januar 2019, um sich nach dem Projekt zu erkundigen.

Schwester Klara Lüers mit Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im Januar 2019 in Afrika

Ein Herz für Kinder

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