Heilgarten für traumatisierte Kinder

Zwischen den beiden Großstädten Kirkuk und Sulaymaniyah im Irak, liegt die Stadt Chamchamal mit 120 000 Einwohnern sowie hunderte Dörfer, die in den letzten fünf Jahrzehnten wiederholt durch die irakische Armee zerstört wurden. Bis heute sind die Spuren des Krieges auf allen Ebenen sichtbar. Sowohl die Stadt als auch das Umland sind deutlich unterentwickelt. Gewalt, Verfolgung und Vertreibung haben drei Generationen von Bewohnern wiederholt traumatisiert.

Aufgrund der Traumatisierung hat die Stadt besonders mit Gewalt zu kämpfen. Die Menschen sind durch das Erlebte abgestumpft und zum Teil aggressiv. Konflikte werden oft mit Gewalt gelöst. Diese richten sich insbesondere sehr stark gegen die eigene Familie. Die Kinder wachsen folglich in einem Umfeld auf, in dem es an Liebe und Zuneigung mangelt, körperliche Gewalt, auch gegen sich selbst ist oft an der Tagesordnung. Dies wirkt sich auch auf andere Faktoren, wie etwa Bildung, aus.

Die Kinder haben große Schwierigkeiten, sich in der Schule zu konzentrieren. Viele brechen nach wenigen Jahren die Schule ab und schlagen sich mit Behelfsjobs durch, auch um die Familie zu unterstützen. Sie sind frustriert und geraten selbst in eine Spirale aus prekären Lebensverhältnissen und Gewalt.

In Chamchamal soll ein Heilgarten für traumatisierte Kinder entstehen (Foto: Privat)
In Chamchamal soll ein Heilgarten für traumatisierte Kinder entstehen (Foto: Privat)

Um dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken, eröffnete die „Jiyan Foundation for Human Rights“ vor fünf Jahren in der Stadt ein Spezialzentrum für schwer traumatisierte Kinder. Seitdem ist eine Abteilung sowie ein Mobilteam für Frauen hinzugekommen. Knapp 2000 Menschen kamen seitdem in das Zentrum, in dem es diverse Programme gibt, um die traumatisierten Kinder psychologisch zu betreuen.

Um die Kinder noch besser psychologisch betreuen zu können und ihnen einen Ort des Rückzugs, der Erholung und Ruhe zu geben, plant die Organisation die Errichtung eines Heilgartens mit Streichelzoo.

Die Stadt Chamchamal hat der Organisation hierfür ein Gelände mit einer Fläche von 40 000 Quadratmeter überlassen. Der Heilgarten besteht aus mehreren Flächen. So soll es Gemüse-, Kräuter- und Blumenbeete geben, die von den Kindern und Jugendlichen bepflanzt werden können. Es wird desweiteren mehrere Spielflächen und einen Teich geben, die den Kindern die Möglichkeit bieten, sich spielerisch zu entfalten.

Außerdem ist ein Streichelzoo mit Ziegen, kleinen Eseln und Ponys, Schafen, Hasen und Hühnern geplant. Die Kinder werden hierbei von ausgebildeten Therapeuten und Pädagogen begleitet. 
Der Garten soll einen besonderen Fokus auf Nachhaltigkeit besitzen. So ist eine Pflanzenkläranlage geplant, mit der man auch Nutzwasser für die Pflanzen und Tiere gewinnen kann. Des Weiteren besteht der Wunsch Strom durch Photovoltaik-Anlagen zu erzeugen.

Die BILD-Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“ erklärte sich bereit, das Projekt großzügig zu unterstützen, sodass nun alle geplanten Maßnahmen durchgeführt werden können.

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
Spendenkonto 067 67 67
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